Ultima Radio – Ultima Radio CDs / Review

Die in Graz ansässige Musikgruppe Ultima Radio ist dabei, sich ambitioniert ihren Platz im Kreise aufstrebender österreichischer Rockbands zu reservieren. Die 2015 erschienene EP “Ultima Radio” bietet mit fünf Tracks einen Einblick in das musikalische Wirken der Band – und überzeugt.

 

Präzise lässt sich die Geburtsstunde der Band nicht festlegen, jedenfalls wurde Ultima Radio im Laufe des Jahres 2014 geschaffen und zieht seitdem einiges an Aufmerksamkeit auf sich. Vollkommen zurecht, denn die Grazer Formation bringt feinen handgemachten Stoner Rock hervor und bedient damit ein in letzter Zeit rapide wachsendes Publikum.

 

 

Jedes einzelne der fünf Stücke, die sich auf der nach der Band benannten EP einfinden, hat einen eigenen Charakter und kommt aus einer anderen Ecke der künstlerischen Trickkiste von Ultima Radio. Der fulminante Opener “Moroccan Honey” stellt einen idealen Einstieg dar und ist für mich das ausdrucksstärkste Stück des Werks. Das zum Thema passende, orientalisch anmutende Intro geht in zentriertes und klares Spiel über. Der Bass legt mit warmen tiefen Klängen einen weichen Teppich aus, die Gitarre fügt verträumte Akzente hinzu. Die feine Stimme des Sängers Zdravko Konrad ist gefühlvoll und rein. Die Energie steigert sich in der zweiten Hälfte des Songs, ein Gitarrensolo schließt diesen dann angemessen ab. Mit “Endless Nothing” steigert sich dann das Tempo. Das Stück ist sehr rhythmisch ausgelegt und schreitet stetig schwungvoll dahin. Hier rückt das Schlagzeug mehr in den Mittelpunkt, die übrigen Instrumente lassen sich von seinem Spiel leiten. Alle Headbanger können sich bei diesem Track zweifellos freien Lauf lassen. Nach dieser Energieladung lässt “Mothership” den Hörer wieder etwas zur Ruhe kommen. Das Stück entschleunigt und lässt sich Zeit. Die Vocals sagen hier besonders zu. Nachdem man sich zurückgelehnt hat und die schön verzerrten Gitarrenklänge auf sich wirken lassen hat, wirds gegen Ende wieder ein wenig hektischer. Ein sehr schönes Stück. “Day Of The Mantis” bringt psychedelische Ansätze mit sich und sorgt für eine elektrisierende Atmosphäre. Die Vocals sind wie von einem Schleier eingehüllt und verschwimmen mit dem verhallenden Klimpern der Gitarre, der Bass sorgt für ein brummendes Fundament. Der Refrain reißt einen plötzlich aus seinem Schlummer, die Musik zentriert, der Gesang wird wehementer. Zum Schluss holt die Band nochmals zum wuchtigen Finale aus, kurz bevor die Musik wieder abdriftet und sanft verklingt. “The King’s Head” bereitet der EP mit fuzzigem Gitarrensound ein kraftvolles Ende. Die Gangart ist langsam aber nachdrücklich. Die Instrumente jaulen dreckig und verzerrt auf und mit einem Mal ist es still.

 


Mit “Ultima Radio” macht die Grazer Band so einiges richtig. Es ist einfach guter Stoner Rock, ohne viel Schnickschnack und Drumherum. Die Musik ist somit eigentlich simpel, aber auf eine sehr durchdachte Art und Weise. Somit bleibt einem nach dem Durchhören der Veröffentlichung eigentlich nurmehr eines übrig: Zurück an den Anfang und ab gehts in Runde zwei.

 

Beitragsbild: Facebookseite von Ultima Radio

Bernd

Hallo, ich bin Bernd. Ich bin Rhythmus und Harmonie. Ich bin der Typ, der das ganze Album von vorne nach hinten abspielt, nur um diese eine Nummer zu hören. Der Typ, der sich spät nachts mit seinen Kopfhörern hinsetzt, alles um sich herum vergisst und sich von besagter Nummer völlig vereinnahmen lässt (und dann in einem Zustand der Euphorie über den Sinn des Lebens philosophiert). Auch bin ich der Typ, der alle Hebel in Bewegung setzt, nur um den Namen des Tracks zu finden, der bei genau 6 Minuten und 14 Sekunden im eben gesehenen Youtube-Video zu hören war. Meine Begeisterung für die Musik beschränkt sich aber nicht nur auf das Konsumieren, finde ich mich doch einige Male auch selbst auf der Bühne wieder - bevorzugt als Drummer. Was noch? Ich ess’ gern Cornflakes.

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