UNDAWN – „Justice Is…“ CDs / Review

Aufgepasst, liebe Freunde und Freundinnen des Metalcores, hier kommen Undawn mit ihrem neuen Album „Justice Is…“! Mit ihrem zweiten Album beweisen die vier Niederländer, dass ihr Heimatland weit mehr als Tulpen, Käse und Windmühlen zu bieten hat.

 

Angefangen hat alles im Jahr 2007, als die Brüder Tom und Michiel Brinkhuis mit der Gründung von Undawn ihrer musikalischen Leidenschaft erstmals Ausdruck verliehen haben. Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten: Knappe zwei Jahre später machten Undawn mit dem Sieg der niederländischen Ausgabe des seit bald zwölf Jahre in Folge stattfindenden „Metal Battles“ auf sich aufmerksam. Wiederum zwei Jahre danach, im Jahr 2011, war es dann endlich soweit: Das erste Album wurde veröffentlicht, welches von Beginn an in höchsten Tönen gelobt und vom niederländischen Metal Magazin Aardschok sogar als das beste bisherige Metalcore Album aus den Niederlanden bezeichnet wurde.

Umso gespannter waren wir, wie denn nun das zweite Album sein würde und ob es den hohen Erwartungen gerecht werden könne. Eines vorab, um die Katze gleich aus dem Sack zu lassen: Nein, wir wurden nicht enttäuscht und ja, Undawn sind eindeutig endgültig bereit, die große weite Welt zu erobern. Die Vier haben’s nämlich echt drauf. Bis zum offiziellen Release-Datum von „Justice Is…“ am 11.12. ist es ja Gott sei Dank nicht mehr lange, dann könnt ihr euch selbst davon überzeugen und ihr werdet verstehen, warum mir die positiven Anmerkungen nicht ausgehen, wenn ich gleich näher auf das Album eingehen werde.

Bei „Justice Is…“ handelt es sich nicht einfach nur um eine Aneinanderreihung in sich abgeschlossener Songs. „Justice Is…“ ist vielmehr ein richtiges Konzeptalbum, dessen Botschaft sich nicht nur in den einzelnen Liedern, sondern vor allem in seiner Gesamtheit erfassen lässt. Vergleichsweise zum ersten Album gehen Undawn hier in Sachen Aggressivität und Härte noch einen Schritt weiter, jedoch verleihen die melodischen Parts den Liedern eine angenehme, fast schon lockere Dynamik, die es der Zuhörerschaft leicht ermöglicht, sich in die Songs hineinzufühlen. Hineinfühlen ist auch das Stichwort hinsichtlich der Botschaft der Lyrics. In ihren Texten stellt sich die Band die Frage, auf welche unterschiedliche Arten sich Gerechtigkeit definieren lässt und gibt diese Frage auch in gewisser Weise an die Zuhörerschaft weiter. Was bedeutet Gerechtigkeit für einen selbst? Ist diese Gerechtigkeit auch „richtig“ unter Berücksichtigung unserer Mitmenschen und unserer Umwelt? Wie würden wir als Ungeborene unsere Art zu leben und unser persönliches Verständnis von „richtigem Handeln“ bewerten, wenn Faktoren wie Religion, Staat, Klasse und Familie keine Rolle spielen würden?

Selbstverständlich lässt sich das Album auch ohne dieses Hintergrundwissen fabelhaft anhören. Viele, und dazu zähle ich durchaus auch mich persönlich , mögen es jedoch ganz gerne, wenn Musik einem den Anlass bietet, sich näher mit ihr auseinanderzusetzen und ein wenig in die Tiefe zu gehen. „Justice Is…“ ist genau ein solches Album, das diesen Anspruch erfüllt, da es von vorne bis hinten lyrisch sowie musikalisch durchkonzipiert ist. Auf diese Weise ergeben sich daher zehn harte, energiegeladene Songs, die in ihrer Symbiose eine Geschichte erzählen und damit eine echte Bereicherung für Fans des melodischen Metalcores darstellen.

Persönliche Favoriten:
„What Justice Is“
„Faceless“
„Forever“

Dem Song „Never Giving Up“ verleiht übrigens Soilwork-Sänger Bjorn Strid durch seine Guestvocals den letzten Schliff. Auch sehr empfehlenswert. Als Abschluss hab ich hier noch das brandneue Video zu „Coming Home“. Boom!

Beitragsbild: Facebookseite der Band


Ilka

Wäre mein Leben ein typischer und damit völlig realitätsferner, überspitzter und von wahnwitzigen Wunschvorstellungen geprägter Film, dann würde folgendes Szenario die Eröffnungsszene darstellen: Ilka sitzt mit einer Tasse Minztee und Brownies auf ihrer Terrasse an der irischen Westküste, umgeben vom weiten wilden Meer und weniger wilden Schafen. Plötzlich biegt ihre kleine getigerte Katze um die Ecke, schnurrt wie verrückt und erzählt von ihren Abenteuern mit den Eichhörnchen im Wald. Zur irischen Meeresbrise und dem idyllischen Rauschen der Wellen mischen sich die zerberstenden Klänge einer beliebigen Alternative Metal Band, damit das alles nicht ganz so kitschig ist … to be continued … Zusammenfassend lässt sich also festhalten: Ja, ich bin eine ruheliebende Person und ja, ich mag harte Musik. Ich bin quasi der Beweis dafür, dass Ruhe und Lautstärke einander nicht ausschließen müssen, sondern wunderbar miteinander vereinbar sind. Kontrovers? Vielleicht. Achja, und falls irgendwer irgendwen kennt, der bereit ist, obige Filmidee umzusetzen – bitte melden, ich buch schon mal den Flug! ;)

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