ESKIMO CALLBOY und Walking Dead On Broadway im p.p.c Konzerte

Das war was am Sonntag. Wie hab ich mich auf dieses Konzert gefreut! Eskimo Callboy in Graz, da musste ich einfach dabei sein. Wenn du dich jetzt fragst: „Wer zur Hölle soll das sein und was für einen Scheiß machen die da eigentlich?“, dann geht es dir genau gleich wie mir noch vor etwa einem halben Jahr, wo ich einfach noch keinen Plan hatte von diesen sechs Jungs aus Castrop-Rauxel (D) und ihrer Musik, die sich in etwa als tanzbarer Electro-Metalcore beschreiben lässt.

 

Bevor Eskimo Callboy allerdings mit leichter Verspätung uns endlich mit ihrem leicht fragwürdigen Intro auf der Bühne in Empfang nahmen (dazu gleich mehr), präsentierte sich uns die ebenfalls deutsche Band Walking Dead On Broadway. Meine Gedanken zu dieser Band, als ich mir vorab zu Hause ein paar Lieder angehört hatte: Ui, muss ich mich fürchten?; Das könnte etwas laut werden; Naja, schauen ja eh ganz nett aus; Das hört sich alles gleich an; Growling und Screaming, Hauptsache laut und aggressiv… Meine Gedanken während des Konzerts: Haha, lustig; Gefühlsmäßig ist das ein 30-minütiges Lied mit einigen Tempowechseln; Die schauen ja vergleichsweise wirklich ganz normal aus für das Genre; Warum hat der Schlagzeuger nichts außer eine Boxershorts an? Ohje – die Band ruft zum Moshpit auf und keiner macht mit… Fazit: Irgendwie witzig, aber auf Dauer dann, wie bereits geahnt, doch nicht so meins. Wird mir einfach zu anstrengend mit der Zeit. Zieh dir einfach das Lied rein und du weißt, wie ihre gesamte Show war:

 

Dann war es endlich soweit. Umbauarbeiten erfolgten, Spannung und Vorfreude stiegen. Und da kamen sie endlich …. nein, doch nicht. Es war bloß ein menschengroßes, gut genährtes Kaninchen, welches wortlos begann, das Publikum zu animieren. Aber jetzt. Eskimo Callboy legten mit dem Song „Crystals“ einen fulminanten Start hin. Und was darf dabei natürlich nicht fehlen? Richtig: Konfetti für alle!! Juhu!! Die Party kann beginnen. Nachdem es mir beim zweiten Lied „My Own Summer“ in der hinteren Hälfte des Raumes doch ein bisschen so vorkam, als wär ich die einzige, die Fangirl-mäßig den ganzen Text mitsingen konnte, reihte ich mich weiter vorne bei Gleichgesinnten ein. Hier waren dann auch schon alle wunderbar am Abgehen und Feiern, so wie sich das eben gehört. Party wo man auch hinsah. Moshpits und Circle Pit klappten ebenfalls um Welten besser als noch bei der Vorband, auch, wenn ich mich da nach kurzer Zeit dann doch immer wieder raushielt.

 

Zur Abkühlung von der Hüpferei ließen die beiden Frontmänner Sushi und Kevin zwischendurch immer mal wieder ein paar Ladungen Wasserspritzer auf das Publikum regnen und verteilten großzügig Bier an ein paar glückliche Durstige in den vordersten Reihen. Es war einfach ganz klar zu merken: Die Typen dort oben machen das ganze Theater hier nur zum reinsten Spaß, ohne große Ernsthaftigkeit dahinter. Und genau das macht Eskimo Callboy auch einfach aus. Weg vom klischeehaften Metalfan, der den ganzen Tag versteckt hinter seinen langen Haaren mürrisch durch die Gegend rennt (nichts gegen klischeehafte Metalfans by the way) – hin zu komplett durchgeknallten Liedtexten, einem eigenen experimentellen Sound und ganz viel guter Laune. Hauptsache, es bringt Spaß und Stimmung. Achja, erwähnte ich schon das Konfetti? Mindestens fünf mal regnete es während des gesamten Abends bunte Papierschnippsel und silberne Girlanden in rauen Mengen auf die gesamte Crowd herunter. Nochmal: Juhu!!

Als das ganze p.p.c. bereits am Dampfen war, kündigte die Band den Song „Best Day“ an und forderte das Publikum auf, sich hinzusetzen, bis alle auf Kommando wieder hochspringen durften. Der geht immer. Jetzt, wo alle gerade so schön in Fahrt waren, hieß es auf einmal, dass nun schon die letzte Nummer des Abends kommen soll und alle dachten sich so: „Whaaaaaat?! Wo ist die Zeit geblieben?“ Glücklicherweise stellte sich heraus, dass die Jungs dann doch noch Lust auf weitere Lieder hatten. Auf drei Stück, um genau zu sein. Erleichterte Jubelschreie. Vor dem wirklich allerletzten Song („Is Anyone Up“) rückten alle nochmal ein Stückchen näher zusammen – es war Zeit für das Abschlussfoto mit Band und Fans.

Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte: Eskimo Callboy haben leider nur gerade mal eine gute Stunde gespielt. Aber was soll man sagen? Alle Hits waren dabei, die Stimmung war am Kochen und die Jungs haben alles gegeben. Beim nächsten Mal werd‘ ich auf jeden Fall wieder mit dabei sein!

Beitragsbild: Homepage der Band


Ilka

Wäre mein Leben ein typischer und damit völlig realitätsferner, überspitzter und von wahnwitzigen Wunschvorstellungen geprägter Film, dann würde folgendes Szenario die Eröffnungsszene darstellen: Ilka sitzt mit einer Tasse Minztee und Brownies auf ihrer Terrasse an der irischen Westküste, umgeben vom weiten wilden Meer und weniger wilden Schafen. Plötzlich biegt ihre kleine getigerte Katze um die Ecke, schnurrt wie verrückt und erzählt von ihren Abenteuern mit den Eichhörnchen im Wald. Zur irischen Meeresbrise und dem idyllischen Rauschen der Wellen mischen sich die zerberstenden Klänge einer beliebigen Alternative Metal Band, damit das alles nicht ganz so kitschig ist … to be continued … Zusammenfassend lässt sich also festhalten: Ja, ich bin eine ruheliebende Person und ja, ich mag harte Musik. Ich bin quasi der Beweis dafür, dass Ruhe und Lautstärke einander nicht ausschließen müssen, sondern wunderbar miteinander vereinbar sind. Kontrovers? Vielleicht. Achja, und falls irgendwer irgendwen kennt, der bereit ist, obige Filmidee umzusetzen – bitte melden, ich buch schon mal den Flug! ;)

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