„Threat To Survival“ – Shinedown CDs / Review / Veröffentlichungen

Shinedown erfinden sich neu!

 

Drei Jahre sind seit dem letzten Album der US-amerikanischen Rockband Shinedown aus Florida vergangen. Am 18.09.2015 war es dann endlich soweit: Es erschien musikalischer Nachschub. Mit ihrem fünften Werk „Threat to Survival“ schlägt die Band eine ganz neue Richtung ein, was in der kurzen Zeit seit der Veröffentlichung nicht nur für Zuspruch sorgte.

 

Auf den ersten Blick fällt „Threat To Survival“ tatsächlich deshalb auf, weil es sich von seinen Vorgängern unterscheidet. Die Lieder weisen zum Teil vergleichsweise experimentelle Züge auf und auch generell soll sich die Band verändert haben. Die Musik driftet zu sehr in den Pop-Rock -Mainstream ab, klagen die einen. Die Band ist im Laufe der letzten Jahre immer mehr gereift und stellen dies nun gekonnt unter Beweis, loben die anderen. Ob diese offensichtliche Veränderung nun wenig Gutes für die Zukunft der Band heißen soll oder doch eine positive Weiterentwicklung darstellt, darüber lässt sich streiten. Einigen alteingesessenen Fans wird es vielleicht ein wenig an Progressivität mangeln. Auch wenn ich mich nicht zu jenen Fans der ersten Stunde zählen kann, komme ich persönlich ohne Probleme damit klar.

Nachdem mir vor etwa zwei Monaten die erste Single „Cut The Cord“ des zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienenen Albums schon beim ersten Anhören fast die Ohren weggeblasen hat und ich zur wahrscheinlich großen Begeisterung meiner NachbarInnen um kurz nach Mitternacht knapp davor war, bei voller Lautstärke wild im Wohnzimmer herumzuhüpfen, habe ich mich sehr auf dieses Album gefreut. Und ja, auch ich habe mir gewünscht, dass auch das restliche neue Album als Gesamtkunstwerk stilistisch in eine ähnliche Richtung wie diese Nummer tendiert. Auch wenn dem nun doch nicht so ist, bin ich dennoch nicht enttäuscht. Es ist eben nur anders als erwartet. Und wenn man dieser Andersartigkeit nach dem ersten erstaunten Überraschungsmoment offen gegenübersteht, kann sich dieses Album auch für anfängliche SkeptikerInnen wirklich zu etwas sehr Tollem entwickeln.

Möglicherweise braucht das Album bei denjenigen mit einer eher negativen Einstellung zur stilistischen Neuorientierung einfach mehr Zeit zu wachsen. Vielleicht muss man sich auch erst einmal an den leicht veränderten Stil herantasten, bis man nach mehreren Durchgängen doch erkennt, dass Shinedown auch mit „Threat To Survive“ eine fantastische Leistung vollbracht haben. Und es ist ja nicht so, dass sie sich so sehr gewandelt haben, dass man sie einem komplett anderen Genre zuordnen würde. Der typische Shinedown-Charakter kommt immer noch sehr gut durch, was natürlich vor allem auch auf die markante Stimme von Frontman Brent Smith zurückzuführen ist.

Werden die Lieder einzeln näher betrachtet, bewegt sich die Band nicht mehr nur im Bereich des härteren Rocks, sondern erweitert einige Songs um Elemente anderer Genres. Neben den härteren Nummern wie „Asking For It“, „Cut The Cord“ und „Oblivion“ bringen die Bandmitglieder mit Liedern wie „State Of My Head“ und „How Did You Love“ ihre ungewohnt poppige Seite zum Vorschein und zeigen mit „It All Adds Up“ und „Black Cadillac“, dass es sie manchmal sogar auf die bluesige Seite verschlägt.

Als Gesamtbild betrachtet ergibt sich für mich eine fantastische und sehr interessante Mischung aus tollen Melodien, lyrisch hohem Niveau und noch immer durch und durch rockigen, wenn auch teilweise sanfteren Liedern. Ob dies für das, wie sie selbst behaupten, stärkste Album, das sie  jemals gemacht haben, reicht, muss man für sich selbst entscheiden.

Hier noch schnell ein Hard-Fact zum Schluss: „Cut The Cord“ hält sich mittlerweile schon seit stolzen elf Wochen auf Platz eins der Billboard Mainstream Rock Charts. Na bitte, so schlecht kann die Veränderung ja offensichtlich nun doch nicht sein. Hört und seht selbst und lasst euch mitreißen:

Beitragsbild: Facebook-Seite der Band


Ilka

Wäre mein Leben ein typischer und damit völlig realitätsferner, überspitzter und von wahnwitzigen Wunschvorstellungen geprägter Film, dann würde folgendes Szenario die Eröffnungsszene darstellen: Ilka sitzt mit einer Tasse Minztee und Brownies auf ihrer Terrasse an der irischen Westküste, umgeben vom weiten wilden Meer und weniger wilden Schafen. Plötzlich biegt ihre kleine getigerte Katze um die Ecke, schnurrt wie verrückt und erzählt von ihren Abenteuern mit den Eichhörnchen im Wald. Zur irischen Meeresbrise und dem idyllischen Rauschen der Wellen mischen sich die zerberstenden Klänge einer beliebigen Alternative Metal Band, damit das alles nicht ganz so kitschig ist … to be continued … Zusammenfassend lässt sich also festhalten: Ja, ich bin eine ruheliebende Person und ja, ich mag harte Musik. Ich bin quasi der Beweis dafür, dass Ruhe und Lautstärke einander nicht ausschließen müssen, sondern wunderbar miteinander vereinbar sind. Kontrovers? Vielleicht. Achja, und falls irgendwer irgendwen kennt, der bereit ist, obige Filmidee umzusetzen – bitte melden, ich buch schon mal den Flug! ;)

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